Tagungen & mehr
Vielfältige Vereinbarkeiten – aktuelle Perspektiven04.04.2025
Im Fokus der Veranstaltung stehen verschiedene Perspektiven der Vereinbarkeit von Familie in einem erweiterten Verständnis, privater Care-Arbeit und Beruf. Analysen, Konzepte und konkrete Anregungen werden präsentiert und diskutiert. Das Motto "Vielfältige Vereinbarkeiten" akzentuiert dabei insbesondere die Diversität von Adressat*innen bzw. unterschiedlichste Personengruppen im Kontext von Vereinbarkeit.
Angesichts der gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Entwicklungen kommt einer gender- und diversitätspolitischen Rahmung des Themas große Bedeutung zu.
Alle Referent*innen haben an der Broschüre „Vereinbarkeit geht alle an!“ mitgewirkt, die bei der Veranstaltung vorgestellt wird. Sowohl die Broschüre als auch die Veranstaltung sind durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg aus Landesmitteln finanziert.
Queer, Gender, Diversität, Inklusion – intersektionale Politiken in der Arbeitswelt04.11.2024
Am 4. November 2024 fand die tifs-Veranstaltung „Queer, Gender, Diversität, Inklusion – intersektionale Politiken in der Arbeitswelt“ in hybrider Form in Tübingen statt. Gerrit Kaschuba vom Forschungsinstitut tifs führte 2023 die Studie „Queeres Leben in der Arbeitswelt“ im Auftrag des Fritz Erler-Forums Baden-Württemberg (Friedrich-Ebert-Stiftung) durch. Die Studie bildete die Grundlage für das Podiumsgespräch. Auf dem Podium tauschten sich aus: Claudia Feiner (Netzwerk 0711liebtbunt, diconium strategy GmbH), Jj Link (Netzwerk LSBTTIQ BW, Fraunhofer IAO), Lou Schumm (Universitätsstadt Tübingen) und Gerrit Kaschuba (Forschungsinstitut tifs und Autorin der Studie „Queeres Leben in der Arbeitswelt“), moderiert von Barbara Stauber.
Ein paar Schlaglichter aus der Diskussion: Die Studie zeigt auf, dass in vielen Unternehmen eine nachhaltige, strukturelle Diversity-Politik fehlt. Queerness wird oft als Privatsache behandelt, queere Netzwerke versuchen, mehr diesbezügliches Wissen zu vermitteln. Die Teilnehmenden des Podiums waren sich einig, dass Sichtbarkeit und Kommunikation über die Anliegen queerer Menschen im Arbeitskontext wichtig sind. „Keine Regenbogenflagge hängt von selbst“ – während solch symbolische Aktionen manchmal als „Pinkwashing“ abgetan werden, sind sie doch wichtig: Es ist ein Statement und ein Einstiegspunkt, um in Unternehmen und mit Kund*innen ins Gespräch zu kommen und weitere Schritte zu gehen. Die Digitalisierung (z. B. MS Teams) hat die Vernetzung und das Engagement queerer Mitarbeitender in Unternehmen deutlich vereinfacht und vorangetrieben. „Warum reden wir eigentlich nicht viel mehr über Privilegien?“ wurde gefragt: Anstatt über die Tatsache zu sprechen, warum so wenige Frauen in Führungspositionen sind, könnte danach gefragt werden, warum in den Positionen so viele Männer sind und welches Bild somit die Unternehmenskultur abgibt. Der „Fokus auf das, was verbindet“ kann für Minderheiten und Gruppen, die Diskriminierung erfahren, ein wichtiger Ansatz sein – es müssen sich nicht unbedingt immer weitere Ausdifferenzierungen stattfinden. Für viele Themen gibt es Synergien, die genutzt werden können. Das ist besonders wichtig angesichts rechtspopulistischer Narrative, die sehr viele Menschen – wenn auch unterschiedlich – betreffen. Intersektionale Bündnisse werden als strategische Mittel diskutiert, um gemeinsam gegenzuhalten und sich nicht gegeneinander ausspielen zu lassen. Die Veranstaltung wurde finanziell gefördert durch die Stabsstelle Gleichstellung und Integration der Universitätsstadt Tübingen und fand in Kooperation mit dem Fritz Erler-Forum Baden-Württemberg statt.
Die Ergebnisse der Studie "Queeres Leben in der Arbeitswelt" können Sie hier herunterladen.
Jubiläumstagung 30 Jahre tifs - "Konfliktfreudig solidarisch?" Zur Zusammenarbeit verschiedener Generationen20.06.2024
Zum 30-jährigen Jubiläum lud das tifs zu einem Fachtag ein, der sich mit Verständigung und Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Generationen feministischer und gleichstellungspolitischer Akteur*innen befasste. Die Veranstaltung zielte darauf ab, unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen zur Arbeitsweise bzw. dem Arbeitsverständnis feministischer und gleichstellungspolitischer Akteur*innen vor dem Hintergrund generationsbezogener Differenzen und übergreifender Gemeinsamkeiten zu diskutieren.
Nach einem Grußwort von Gerrit Bopp (Sozialministerium BW) diskutierten Personen aus unterschiedlichen Kontexten und biographischen Hintergründen das „Arbeitsverständnis verschiedener feministischer und gleichstellungspolitisch aktiver Generationen“ auf dem Podium: Margrit Brückner, Soziologin und Professorin i.R. an der UAS Frankfurt, Gerrit Kaschuba, Erziehungswissenschaftlerin und Geschäftsführerin des Forschungsinstituts tifs e.V., Imran Kabacaoglu, Masterstudentin Soziale Arbeit und gelernte Pflegekraft sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Forschungsinstitut tifs e.V. und Yvonne Wolz, Pädagogin und Co-Geschäftsführung von Wildwasser e.V., unter Moderation von Maria Bitzan, Erziehungswissenschaftlerin und Professorin i.R. an der Hochschule Esslingen sowie Vorständin beim Forschungsinstitut tifs.
Einen ausführlichen Bericht über die Tagung können Sie in unserem Newsletter 2024/25 nachlesen.
Veranstaltungsreihe (Queer-)Feminismen im Dialog - Elternschaft in Bewegung01.03.2024
Die drei Veranstaltungen „Elternschaft in feministischen Bewegungen", „Schwangerschaft und Geburt – selbstbestimmt!? (Queer)feministische Positionen“ und „Leben mit und ohne Kinder – (queer)feministische Utopien und Fallstricke“ fanden zwischen November 2022 und Juni 2023 statt.
Ziel der drei Podiumsdiskussionen war es, verschiedene (queer)feministische Positionen zum Thema Elternschaft hörbar zu machen und zusammenzubringen.
Die Dokumentation unserer Veranstaltungsreihe "(Queer-)Feminismen im Dialog - Elternschaft in Bewegung" können Sie hier herunterladen.
Verständigung und Konflikt. Solidarische Debattenkultur in feministischen Politiken14.10.2021
Mit unserer Fachtagung im Oktober 2021, die in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Fachreferat Frauen und Politik, stattfand und durch das Land Baden-Württemberg, Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration, unterstützt wurde, haben wir unter obigem Thema aktuelle (gleichstellungs)politische Entwicklungen und theoretische feministische Diskurse der letzten Jahre sowie sichtbar werdende Konfliktlinien innerhalb feministischer Strömungen aufgegriffen. Auf der Tagung sollte ein Kommunikationsraum entstehen, in dem unterschiedliche feministische Perspektiven einen Platz haben. Damit verfolgten wir die Absicht, Verständigungsansätze in feministischen und gleichstellungsbezogenen – durchaus konflikthaften – Politiken auszuloten bzw. weiter zu bewegen.
Die Dokumentation der Tagung kann in unserem Newsletter 2021/22 nachgelesen werden.
Regionale Werkstätten "Gemeinsam kompetent"29.04.2021
Zusammenarbeit zwischen Suchthilfe und weiteren Einrichtungen im Hilfesystem unter Gender- und Diversitätsaspekten:
Im Projekt "Gender- und Diversitätsaspekte bei der professionellen Unterstützung von Drogenkonsumierenden mit Fokus auf Crystal-Konsum (GeDiC)" finden am 29.4.2021 und 8.6.2021 zwei regionale Werkstätten in Mittelfranken und Sachsen statt. Ziel der Werkstätten ist es, zur Sensibilisierung und (Weiter)Qualifizierung von Fachkräften aus verschiedenen Hilfesystemen für Crystal-Konsum (in Kombination mit anderen Drogen) in einer gender- und diversitätsbewussten Perspektive beizutragen und gelingende Vernetzungen und Verweisstrukturen zwischen der Suchthilfe und anderen Hilfesystemen (weiter) zu entwickeln. Häufig ist in Einrichtungen außerhalb der Suchthilfe nicht bekannt, ob Klient*innen Crystal Meth oder andere Drogen konsumieren, gleichzeitig kann ein Wissen über Motive und Wirkungen eines solchen Konsums eine wichtige Rolle für die Arbeit in den verschiedenen Hilfe- und Beratungsbereichen spielen. Vor den institutionellen Hintergründen der verschiedenen Teilnehmer*innen sollen professionelle Handlungsmöglichkeiten der Fachkräfte erörtert und (weiter)entwickelt werden.
Gender und Diversity in Theorie und Praxis26.06.2014
Mit der Jubiläumstagung 20 Jahre tifs, die in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg stattfand, nahmen wir eine Standortbestimmung in Bezug auf die Umsetzung von Gender- und Diversity-Ansätzen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen in den Wechselwirkungen zwischen Forschung – Praxis – Politik vor. Darauf aufbauend ging der Blick nach vorn: Wie können Handlungsperspektiven aussehen, um einer emanzipatorisch-kritischen Gender-Diversity-Orientierung bzw. einer diversitätsbewussten Gender-Orientierung gerecht zu werden? Mit diesen Fragestellungen wurde an die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte angeknüpft: an die veränderten theoretischen Diskurse um Gender, Diversity und Intersektionalität ebenso sowie an die Entwicklungen in der gender- und diversitätsbewussten Praxis sowie an die Entwicklungen der Strategie Gender Mainstreaming und anderer zentraler Strategien und Konzepte auf der politischen und der rechtlichen Ebene. In den Bereichen »Aufwachsen von Mädchen und Jungen«, »Ausbildung«, »kommunale Ebene« und »Gestaltung von Arbeit« auch in Bezug auf Care, Selbstverwirklichung, Bürger_innentätigkeiten und Beruf, wurden die spezifischen Anforderungen beleuchtet, nicht zuletzt um eine Vernetzung von Akteur_innen in Politik, Praxis und Forschung weiter zu entwickeln.
Die Dokumentation der Tagung kann hier nachgelesen werden.
Gender-Forschung im Praxisbezug: Kontinuitäten und Veränderungen16.08.2005
In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung in Baden-Württemberg und der Frauenbeauftragten der Universitätsstadt Tübingen, gefördert durch das Sozialministerium Baden-Württemberg und das BMFSFJ, knüpften wir an unsere erste Tagung vor 10Jahren zum Verhältnis von Praxisforschung und Politik an. Frauen aus den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Bildung, Soziale Arbeit und Politik, die bundesweit und im Speziellen in Baden-Württemberg die praxisbezogene Frauen-, Mädchen- und Geschlechterforschung mitgeprägt haben, diskutierten bei dieser sehr gut besuchten Tagung über Entwicklungslinien, Netzwerke und Perspektiven der Frauen- und Geschlechterforschung. Für die Wechselwirkung von Politik, Forschung und Praxis wurde deutlich, dass und wie nötig ein „flexibles Gender-Differenzwissen“ ist, produziert als unabhängiges Wissen, das in Praxis und Politik und Wissenschaft entsteht und in einem wechselseitigen Austauschprozess stehen muss. Die dafür notwendigen Räume waren ebenfalls ein zentrales Thema wie auch die durchaus kritische Suche nach bei der Umsetzung von Gender Mainstreaming auf allen Ebenen. Besonders thematisiert wurde dies in den Feldern der ‚Bildung und Weiterbildung‘, der ‚Jugendhilfe‘ und in den ‚Politikfeldern des Sozialen‘. Zwei Praxisforen gingen am Ende speziell auf die Beratung der Bundesregierung bei der Umsetzung der Gender-Mainstreaming-Strategie und die Chancen von Jugendhilfepolitik ein.
Die Dokumentation der Tagung kann in unserem Newsletter 2005 nachgelesen werden
„Wie weibliche Freiheit entsteht…“ Zum Entwicklungsbedarf frauenpolitischer Strategien zwischen Praxis, Öffentlichkeit und Interessendurchsetzung in Baden-Württemberg06.11.1996
In dieser Werkstatttagung, nahmen wir in Beachtung des politischen Konzepts der Diotima-Gruppe italienischer Feministinnen die bewusste Bezugnahme von Frauen auf Frauen als Leitmotiv für die Zusammenarbeit zwischen Forscherinnen und Praktikerinnen. Angesichts zunehmenden (finanz)politischen Gegenwinds gegen frauenpolitische Strategien arbeiten wir daran, mit dem Begriff von ‚Frauenpolitik‘ mehr in den Blick zu nehmen als die aktuelle Tagespolitik (Gleichstellungspolitik): Unter Beachtung individueller Strategien kreativen Handelns und (teilweise verdeckter) Bedürfnisse geht es um das weite Feld zwischen klassischer Einmischung in vorgegebene Politikmuster bis hin zu ‚privaten Arrangements‘ von Frauen. Damit interessierten wir uns für die Verbindung von Bereichen, die normalerweise getrennt thematisiert und erlebt werden: das Private, das Berufliche, das Öffentliche etc. So hatte die Tagung einerseits spezifische Themen der Frauenpolitik in Praxisfeldern zum Fokus und anderseits galt sie uns als Experiment eines Weges, diese Verbindungen zu erfahren und voranzutreiben.
Die Dokumentation der Tagung kann in unserer Publikation „Den Wechsel im Blick“ von 1998/2000 nachgelesen werden:
Tübinger Institut für frauenpolitische Sozialforschung e.V. (Bitzan, M./ Funk, H./ Stauber, B.) 2000 (2. Aufl.): Den Wechsel im Blick - Methodologische Ansichten feministischer Sozialforschung. Pfaffenweiler