Tagungen & mehr

Wir bieten verschiedene Formate an, darunter themen­bezogene Vortrags­reihen und Einzel­ver­anstaltungen in Präsenz sowie Online- und hybrider Form. Mit unseren über­regionalen Ta­gungen in den Jahren 1996, 2005, 2014 und 2021 haben wir wichtige Meilen­steine gesetzt für die Ver­ständigung über Möglich­keiten, Schwierig­keiten und Per­spektiven von Praxis­forschung und den Transfer zwischen inter­sektional angelegter Gender-Forschung und –Praxis aus einer diversitäts­orientierten Perspektive.

Im Fokus der Veranstaltung stehen verschiedene Per­spektiven der Verein­barkeit von Familie in einem er­weiterten Ver­ständnis, privater Care-Arbeit und Beruf. Analysen, Kon­zepte und konkrete An­regungen werden prä­sentiert und dis­kutiert. Das Motto "Viel­fältige Ver­ein­barkeiten" akzentuiert dabei ins­besondere die Diversität von Adressat*innen bzw. unter­schiedlichste Personen­gruppen im Kontext von Vereinbarkeit.

Angesichts der gegenwärtigen gesellschafts­politischen Ent­wicklungen kommt einer gender- und diversitäts­politischen Rahmung des Themas große Bedeutung zu.

Alle Referent*innen haben an der Broschüre „Vereinbarkeit geht alle an!“ mitgewirkt, die bei der Ver­anstaltung vor­gestellt wird. Sowohl die Broschüre als auch die Ver­anstaltung sind durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg aus Landes­mitteln finanziert.

Am 4. November 2024 fand die tifs-Veranstaltung „Queer, Gender, Diversität, Inklusion – inter­sektionale Politiken in der Arbeits­welt“ in hybrider Form in Tübingen statt. Gerrit Kaschuba vom Forschungs­institut tifs führte 2023 die Studie „Queeres Leben in der Arbeits­welt“ im Auftrag des Fritz Erler-Forums Baden-Württem­berg (Friedrich-Ebert-Stiftung) durch. Die Studie bildete die Grund­lage für das Podiums­gespräch. Auf dem Podium tauschten sich aus: Claudia Feiner (Netzwerk 0711­liebt­bunt, diconium strategy GmbH), Jj Link (Netzwerk LSBTTIQ BW, Fraun­hofer IAO), Lou Schumm (Universitäts­stadt Tübingen) und Gerrit Kaschuba (Forschungs­institut tifs und Autorin der Studie „Queeres Leben in der Arbeits­welt“), moderiert von Barbara Stauber.

Ein paar Schlaglichter aus der Diskussion: Die Studie zeigt auf, dass in vielen Unter­nehmen eine nach­haltige, strukturelle Diversity-Politik fehlt. Queer­ness wird oft als Privat­sache behandelt, queere Netz­werke versuchen, mehr diesbezügliches Wissen zu ver­mitteln. Die Teil­nehmenden des Podiums waren sich einig, dass Sicht­barkeit und Kommuni­kation über die An­liegen queerer Menschen im Arbeits­kontext wichtig sind. „Keine Regen­bogen­flagge hängt von selbst“ – während solch symbolische Aktionen manchmal als „Pink­washing“ abgetan werden, sind sie doch wichtig: Es ist ein Statement und ein Einstiegs­punkt, um in Unter­nehmen und mit Kund*innen ins Gespräch zu kommen und weitere Schritte zu gehen. Die Digitalisierung (z. B. MS Teams) hat die Vernetzung und das Engage­ment queerer Mit­arbeitender in Unter­nehmen deutlich verein­facht und voran­getrieben. „Warum reden wir eigentlich nicht viel mehr über Privilegien?“ wurde gefragt: Anstatt über die Tat­sache zu sprechen, warum so wenige Frauen in Führungs­positionen sind, könnte danach gefragt werden, warum in den Positionen so viele Männer sind und welches Bild somit die Unter­nehmens­kultur abgibt. Der „Fokus auf das, was verbindet“ kann für Minder­heiten und Gruppen, die Diskriminierung erfahren, ein wichtiger Ansatz sein – es müssen sich nicht un­bedingt immer weitere Aus­differenzierungen statt­finden. Für viele Themen gibt es Synergien, die genutzt werden können. Das ist besonders wichtig an­gesichts rechts­populistischer Narrative, die sehr viele Menschen – wenn auch unter­schiedlich – betreffen. Inter­sektionale Bündnisse werden als strategische Mittel diskutiert, um gemeinsam gegen­zu­halten und sich nicht gegen­einander ausspielen zu lassen. Die Veranstaltung wurde finanziell gefördert durch die Stabs­stelle Gleich­stellung und Integration der Universitäts­stadt Tübingen und fand in Ko­operation mit dem Fritz Erler-Forum Baden-Württemberg statt.

Die Ergebnisse der Studie "Queeres Leben in der Arbeitswelt" können Sie hier herunterladen.

Zum 30-jährigen Jubiläum lud das tifs zu einem Fach­tag ein, der sich mit Ver­ständigung und Zusammen­arbeit zwischen ver­schiedenen Ge­nera­tionen feministischer und gleich­stellungs­politischer Akteur*innen befasste. Die Veran­staltung zielte darauf ab, unter­schiedliche Per­spektiven und Er­fahrungen zur Arbeits­weise bzw. dem Arbeits­verständnis feministischer und gleich­stellungs­politischer Akteur*innen vor dem Hinter­grund generations­bezogener Differenzen und über­greifender Ge­mein­samkeiten zu diskutieren.

Nach einem Grußwort von Gerrit Bopp (Sozial­ministerium BW) diskutierten Per­sonen aus unter­schiedlichen Kontexten und bio­graphischen Hinter­gründen das „Arbeits­verständnis verschiedener feministischer und gleich­stellungs­politisch aktiver Ge­nera­tionen“ auf dem Podium: Margrit Brückner, Soziologin und Professorin i.R. an der UAS Frankfurt, Gerrit Kaschuba, Er­ziehungs­wissenschaft­lerin und Ge­schäfts­führerin des Forschungs­instituts tifs e.V., Imran Kabacaoglu, Master­studentin Soziale Arbeit und ge­lernte Pflege­kraft sowie wissen­schaftliche Mit­arbeiterin beim Forschungs­institut tifs e.V. und Yvonne Wolz, Pädagogin und Co-Geschäfts­führung von Wild­wasser e.V., unter Moderation von Maria Bitzan, Er­ziehungs­wissenschaft­lerin und Professorin i.R. an der Hoch­schule Esslingen sowie Vor­ständin beim Forschungs­institut tifs.

Einen ausführlichen Bericht über die Tagung können Sie in unserem Newsletter 2024/25 nachlesen.

Die drei Veranstaltungen „Elter­nschaft in feministischen Be­wegungen", „Schwanger­schaft und Geburt – selbst­bestimmt!? (Queer­)feministische Po­sitionen“ und „Leben mit und ohne Kinder – (queer)­feministische Utopien und Fall­stricke“ fanden zwischen November 2022 und Juni 2023 statt.

Ziel der drei Podiumsdis­kussionen war es, ver­schiedene (queer)­feministische Posi­tionen zum Thema Eltern­schaft hörbar zu machen und zusammen­zu­bringen.

Die Dokumentation unserer Veranstaltungs­reihe "(Queer-)Feminismen im Dialog - Eltern­schaft in Bewegung" können Sie hier herunterladen.

Mit unserer Fachtagung im Oktober 2021, die in Kooperation mit der Landes­zentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Fach­referat Frauen und Politik, stattfand und durch das Land Baden-Württemberg, Ministerium für Soziales, Gesund­heit und Integration, unter­stützt wurde, haben wir unter obigem Thema aktuelle (gleichstellungs)­politische Ent­wicklungen und theoretische feministische Dis­kurse der letzten Jahre sowie sichtbar werdende Konflikt­linien innerhalb feministischer Strömungen auf­gegriffen. Auf der Tagung sollte ein Kommunikations­raum entstehen, in dem unter­schiedliche feministische Perspektiven einen Platz haben. Damit verfolgten wir die Absicht, Verständigungs­ansätze in feministischen und gleich­stellungs­bezogenen – durchaus konflikt­haften – Politiken auszuloten bzw. weiter zu bewegen.

Die Dokumentation der Tagung kann in unserem Newsletter 2021/22 nachgelesen werden.

Zusammenarbeit zwischen Suchthilfe und weiteren Ein­richtungen im Hilfe­system unter Gender- und Diversitätsaspekten:

Im Projekt "Gender- und Diversitätsaspekte bei der professionellen Unter­stützung von Drogen­konsumierenden mit Fokus auf Crystal-Konsum (GeDiC)" finden am 29.4.2021 und 8.6.2021 zwei regionale Werk­stätten in Mittel­franken und Sachsen statt. Ziel der Werk­stätten ist es, zur Sensibilisierung und (Weiter)­Qualifizierung von Fachkräften aus ver­schiedenen Hilfe­systemen für Crystal-Konsum (in Kombination mit anderen Drogen) in einer gender- und diversitäts­bewussten Per­spektive beizutragen und gelingende Ver­netzungen und Verweis­strukturen zwischen der Sucht­hilfe und anderen Hilfe­systemen (weiter) zu entwickeln. Häufig ist in Ein­richtungen außer­halb der Sucht­hilfe nicht bekannt, ob Klient*innen Crystal Meth oder andere Drogen konsumieren, gleich­zeitig kann ein Wissen über Motive und Wirkungen eines solchen Konsums eine wichtige Rolle für die Arbeit in den ver­schiedenen Hilfe- und Beratungs­bereichen spielen. Vor den institu­tionellen Hinter­gründen der verschiedenen Teilnehmer*innen sollen professionelle Handlungs­möglichkeiten der Fach­kräfte erörtert und (weiter)­entwickelt werden.

Mit der Jubiläumstagung 20 Jahre tifs, die in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg stattfand, nahmen wir eine Standortbestimmung in Bezug auf die Umsetzung von Gender- und Diversity-Ansätzen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen in den Wechselwirkungen zwischen Forschung – Praxis – Politik vor. Darauf aufbauend ging der Blick nach vorn: Wie können Handlungsperspektiven aussehen, um einer emanzipatorisch-kritischen Gender-Diversity-Orientierung bzw. einer diversitätsbewussten Gender-Orientierung gerecht zu werden? Mit diesen Fragestellungen wurde an die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte angeknüpft: an die veränderten theoretischen Diskurse um Gender, Diversity und Intersektionalität ebenso sowie an die Entwicklungen in der gender- und diversitätsbewussten Praxis sowie an die Entwicklungen der Strategie Gender Mainstreaming und anderer zentraler Strategien und Konzepte auf der politischen und der rechtlichen Ebene. In den Bereichen »Aufwachsen von Mädchen und Jungen«, »Ausbildung«, »kommunale Ebene« und »Gestaltung von Arbeit« auch in Bezug auf Care, Selbstverwirklichung, Bürger_innentätigkeiten und Beruf, wurden die spezifischen Anforderungen beleuchtet, nicht zuletzt um eine Vernetzung von Akteur_innen in Politik, Praxis und Forschung weiter zu entwickeln.

Die Dokumentation der Tagung kann hier nachgelesen werden.

In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung in Baden-Württemberg und der Frauenbeauftragten der Universitätsstadt Tübingen, gefördert durch das Sozialministerium Baden-Württemberg und das BMFSFJ, knüpften wir an unsere erste Tagung vor 10Jahren zum Verhältnis von Praxisforschung und Politik an. Frauen aus den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Bildung, Soziale Arbeit und Politik, die bundesweit und im Speziellen in Baden-Württemberg die praxisbezogene Frauen-, Mädchen- und Geschlechterforschung mitgeprägt haben, diskutierten bei dieser sehr gut besuchten Tagung über Entwicklungslinien, Netzwerke und Perspektiven der Frauen- und Geschlechterforschung. Für die Wechselwirkung von Politik, Forschung und Praxis wurde deutlich, dass und wie nötig ein „flexibles Gender-Differenzwissen“ ist, produziert als unabhängiges Wissen, das in Praxis und Politik und Wissenschaft entsteht und in einem wechselseitigen Austauschprozess stehen muss. Die dafür notwendigen Räume waren ebenfalls ein zentrales Thema wie auch die durchaus kritische Suche nach bei der Umsetzung von Gender Mainstreaming auf allen Ebenen. Besonders thematisiert wurde dies in den Feldern der ‚Bildung und Weiterbildung‘, der ‚Jugendhilfe‘ und in den ‚Politikfeldern des Sozialen‘. Zwei Praxisforen gingen am Ende speziell auf die Beratung der Bundesregierung bei der Umsetzung der Gender-Mainstreaming-Strategie und die Chancen von Jugendhilfepolitik ein.

Die Dokumentation der Tagung kann in unserem Newsletter 2005 nachgelesen werden

In dieser Werkstatttagung, nahmen wir in Beachtung des politischen Konzepts der Diotima-Gruppe italienischer Feministinnen die bewusste Bezugnahme von Frauen auf Frauen als Leitmotiv für die Zusammenarbeit zwischen Forscherinnen und Praktikerinnen. Angesichts zunehmenden (finanz)politischen Gegenwinds gegen frauenpolitische Strategien arbeiten wir daran, mit dem Begriff von ‚Frauenpolitik‘ mehr in den Blick zu nehmen als die aktuelle Tagespolitik (Gleichstellungspolitik): Unter Beachtung individueller Strategien kreativen Handelns und (teilweise verdeckter) Bedürfnisse geht es um das weite Feld zwischen klassischer Einmischung in vorgegebene Politikmuster bis hin zu ‚privaten Arrangements‘ von Frauen. Damit interessierten wir uns für die Verbindung von Bereichen, die normalerweise getrennt thematisiert und erlebt werden: das Private, das Berufliche, das Öffentliche etc. So hatte die Tagung einerseits spezifische Themen der Frauenpolitik in Praxisfeldern zum Fokus und anderseits galt sie uns als Experiment eines Weges, diese Verbindungen zu erfahren und voranzutreiben.

Die Dokumentation der Tagung kann in unserer Publikation „Den Wechsel im Blick“ von 1998/2000 nachgelesen werden:

Tübinger Institut für frauenpolitische Sozialforschung e.V. (Bitzan, M./ Funk, H./ Stauber, B.) 2000 (2. Aufl.): Den Wechsel im Blick - Methodologische Ansichten feministischer Sozialforschung. Pfaffenweiler